Traumstrand Cofete
(Alb)traum – Willkommen in Cofete!
Alle sagen: „Du musst nach Cofete, wenn du auf Fuerteventura bist!“
Gesagt, getan …
Manche wundern sich, dass man mit einem Mietwagen nicht nach Cofete fahren darf. Also … mich wundert das überhaupt nicht.
Aber von vorne.
Guten Mutes folgten wir dem Schild Richtung Cofete. Die ersten Kilometer waren noch völlig harmlos. Asphalt. Straße. Zivilisation. Dinge, die man später sehr zu schätzen weiß. Doch dann – ganz plötzlich – war Schluss mit Asphalt.
Die Straße verwandelte sich in einen Schotterweg mit kleinen, großen und gefühlt auch persönlich gegen uns gerichteten Schlaglöchern sowie Steinen in sämtlichen Größenordnungen. Am Anfang fand ich das Ganze noch ziemlich lustig.
Hoppel, schaukel, rüttel – haha, Abenteuer!
Schön fand ich auch die Ziegen und Esel, die völlig entspannt am Wegesrand oder mitten auf der Straße standen. Wahrscheinlich wussten sie genau, dass sie hier die einzigen Verkehrsteilnehmer mit vernünftigem Schuhwerk waren.
Das war allerdings auch schon das einzig wirklich Entspannende auf dem langen Weg nach Cofete. Kilometer um Kilometer wurde es deutlich weniger lustig.
Rechts und links Gräben, tiefe Schlaglöcher, enge Kurven und jede Menge spitze Steine. Letztere sollte man nicht unterschätzen. Sie schlitzten dem einen oder anderen Cofete-Pilger tatsächlich die Reifen auf. Wir konnten es mit eigenen Augen sehen.
Hier und da standen aufgebockte Autos am Straßenrand, während ihre Besitzer schwitzend den Ersatzreifen wechselten und vermutlich still darüber nachdachten, welche Fehlentscheidungen ihres Lebens sie genau an diesen Ort geführt hatten.
Dann lagen da auch noch die etwas größeren Exemplare mitten auf der Straße – Felsbrocken, die offenbar beschlossen hatten, den Hang zu verlassen und eine neue Karriere als Verkehrshindernis zu beginnen.
Mit unserem kleinen Panda konnten wir uns gerade noch daran vorbeischieben.
Irgendwann entdeckten wir sogar ein umgekipptes Auto in einem tiefen Graben. Beweisfoto anbei.
Mein Stresslevel stieg inzwischen ungefähr proportional zur Anzahl der Schlaglöcher. Von „Haha, wie witzig!“ war längst keine Rede mehr.
Was an dieser Stelle unbedingt erwähnt werden muss: Ich bin natürlich die aufmerksamste, umsichtigste und fürsorglichste Beifahrerin, die man sich vorstellen kann. Helmuth würde dafür vermutlich andere Begriffe verwenden.
Zum Beispiel: nervig. Oder: ängstlich. Oder seinen persönlichen Favoriten: „Kannst du jetzt bitte einfach mal ruhig sein?“
Mit zusammengebissenen Zähnen und den Fingernägeln fest in den Handflächen verankert ging es also weiter. Nach gefühlt 100 Kilometern und mindestens fünf Stunden Fahrt – ihr werdet es kaum glauben – tauchte tatsächlich ein Mini-Mini-Dorf vor uns auf. Es trug, passend zu unserem Ziel, den verheißungsvollen Namen: COFETE.
Für einen kurzen Moment dachte ich, wir hätten uns verfahren und wären mitten in einer Filmkulisse gelandet. Die kleinen Steinhäuschen mit ihren verwitterten Fensterläden wirkten so unwirklich, dass ich fast damit gerechnet hätte, dass gleich irgendwo jemand „Und … Schnitt!“ ruft.
Noch ein kleines Stück. Noch ein paar Schlaglöcher. Noch ein paar Stoßgebete. Und dann hatten wir es tatsächlich geschafft. Mit inzwischen leicht nassgeschwitzten Sitzen erreichten wir unser Ziel.
Und dann …. Ja. Es hat sich gelohnt..... Wirklich.... Schaut selbst …
Irgendwie ist dort das Licht anders. Die ganze Landschaft hat eine ganz besondere Stimmung. Der Strand ist riesig, wild und beeindruckend, die Berge ragen dramatisch dahinter auf und das Meer rauscht unaufhörlich.
Fast so, als würde es uns zuflüstern: „Schön, dass ihr da seid. Aber komm bloß nicht rein! Meine Strömungen sind nicht zu unterschätzen.“
Also gut, Meer. Wir haben verstanden. Am Strand entlanglaufen, die Füßchen ins Wasser halten und einfach diese unglaubliche Landschaft genießen – das reicht vollkommen.
Und so bleibt am Ende nur eine Erkenntnis:
Der Weg nach Cofete war für mich eine Mischung aus Abenteuerurlaub, Achterbahnfahrt und leichtem Nervenzusammenbruch.
Ein echter Albtraum.
Aber der Strand?
Unbeschreiblich schön.
Ein Traum.