Milchstraße mit Persieden

Die Weite des Universums einfangen
Ein großes Hobby meines Mannes ist es, Sternformationen, Planeten, Sternennebel und alles, was der nächtliche Himmel sonst noch so zu bieten hat, zu fotografieren.
Dafür braucht es allerdings ein bisschen mehr als nur eine Kamera und einen schönen Blick nach oben. Nach vielen Recherchen im Internet, intensivem Beschäftigen mit der Kamera und unzähligen Blicken in die Himmel-App war es endlich so weit: Alles war perfekt geplant. Das Wetter spielte mit, das Datum im August passte und die Sterne standen hoffentlich ebenfalls auf unserer Seite.
Unser Plan: Wir wollten an einen Ort fahren, den wir schon öfter besucht hatten. Dort hat man einen fantastischen Blick sowohl auf die West- als auch auf die Ostküste Fuerteventuras. Vor allem aber ist es dort normalerweise herrlich ruhig, einsam und abgeschieden – genau das Richtige für einen romantischen Abend zu zweit unter dem Sternenhimmel.
Nach etwa 30 Minuten Fahrt freuten wir uns auf einen gemütlichen Abend im Freien. Im besten Fall würden uns sogar noch ein paar spektakuläre Sternschnuppen beglücken.
Wir bogen nun endlich um die letzte Kurve – und standen vor einem übervollen Parkplatz.
Ähm … was war denn hier los?
Damit hatten wir nun wirklich nicht gerechnet. Überall Menschen! Fußgänger stolperten im Dunkeln den letzten Abschnitt über den steinigen, unbefestigten Weg entlang – teilweise in Strandklamotten und Flip-Flops. Es sah eher nach einem beliebten Touristen-Hotspot oder einer regelrechten Völkerwanderung aus als nach einem romantischen Ort für uns zwei.
Unsere Begeisterung hielt sich dementsprechend in Grenzen.
Denn wie sollte das funktionieren? Die Kamera sollte innerhalb von zwei Stunden alle 10 Sekunden ein Foto machen. Aus diesen vielen Einzelaufnahmen sollte später ein schönes Gesamtbild entstehen.
Nur hatten wir dabei ein kleines Problem: Wir waren nicht allein.
Völlig desillusioniert und inzwischen auch leicht schlecht gelaunt machten wir kurzerhand eine 180-Grad-Wende und traten den Rückweg an.
Aber wir wollten natürlich trotzdem fotografieren.
Also hieß es: Plan B.
Irgendwann hielten wir mitten im Nirgendwo an. Das Stativ wurde aufgebaut, die Kamera eingestellt und wir waren guter Dinge.
Und tatsächlich: Welch eine Ruhe!
Na ja … fast.
Denn irgendwo in der Nähe wohnte offenbar ein Hund, der beschlossen hatte, diese Nacht nicht schweigend verstreichen zu lassen.
Er bellte.
Und bellte.
Und bellte.
Das Problem war nicht einmal der Hund allein. Sein Gebell entwickelte einen beeindruckenden Hall, der sich offenbar von Berg zu Berg fortpflanzte. So wurden wir akustisch gleichzeitig von hinten und von vorne angebellt.
Ein echtes Surround-Sound-Erlebnis – nur leider ohne Ausschalter.
Um dem armen Hund nicht unnötig die Stimmbänder zu malträtieren – und natürlich auch, um unsere eigenen Nerven zu schonen – beschlossen wir, noch einmal das Auto, die Kamera und somit auch uns selbst ein Stück weiter zu bewegen.
Und siehe da: Irgendwann war tatsächlich Ruhe.
Super!
Die Bilder waren im Kasten. Wir konnten zufrieden nach Hause fahren.
Für mich als bekennende Frühschläferin war es inzwischen allerdings eine echte Herausforderung. Gegen 1 Uhr nachts durfte ich dann endlich ins Bett.
Am nächsten Tag wartete ich natürlich gespannt auf das Ergebnis.
Und … na ja.
Das Warten hatte sich ziemlich schnell erledigt.
Denn selbst dem besten Fotografen passieren manchmal Fehler. Sagen wir es einmal so: Beim Formatieren der Aufnahmen lief offenbar nicht alles ganz nach Plan.
Um hier niemanden bloßzustellen, werden wir zu diesem Thema keine weiteren Einzelheiten veröffentlichen. 😉
Nur so viel: Auch eine noch so perfekte Planung schützt nicht vor menschlichen Fehlern.
Zum Glück gab es dann doch noch einige richtig schöne und beeindruckende Bilder.
Und so kam es, dass die nächste Nacht bereitstand, uns den Himmel in seiner ganzen Pracht zu zeigen.
Allerdings hatten wir inzwischen etwas gelernt:
Man muss nicht unbedingt mitten in der Nacht durch die Berge fahren, einen überfüllten Parkplatz überleben und sich von einem Echo-Hund beschallen lassen, um schöne Aufnahmen vom Sternenhimmel zu bekommen.
Manchmal liegt das Gute nämlich direkt vor der eigenen Nase.
Oder besser gesagt: auf der eigenen Terrasse.
Im Liegestuhl, mit einem Glas Wein in der Hand und dem Blick nach oben lässt es sich schließlich doch am entspanntesten fotografieren.
Und ganz ehrlich:
Die Weite des Universums ist an jedem Ort beeindruckend….
Aber schau selbst …
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